Sonntagsession, 16. Maerz, 1997, im Dance Home in Santa Monica
Aufnotiert bei Corey Donovan, uebersetzt bei Gabriele Geuther

(Alle Cleargreen-Mitglieder, ausgenommen Nury und den Hexen, waren anwesend. Alle der gewohnten Teilnehmer der Sonntagsklasse waren anwesend, ausser Francois)

"Ich hatte fuer Heute eine Menge geplant. Meine Absicht war, Carol mitzubringen, aber sie konnte nicht kommen. Die Einladung steht offen. Sie hat euch wichtige Dinge zu sagen. Sie versucht herauszufinden, was geschieht nachdem der Käfig weg ist." Er wiederholte die Geschichte von dem Gorilla im Zoo, der in die Wildnis zurückgeführt werden sollte. Er war so an seinen Käfig gewöhnt, daß er, als die Tür offenstand, nicht herauskommen wollte. Schlußendlich zwang man ihn nach draußen, worauf er, nicht viel später, in eine Schlucht stürzte.

"Da ich von einer Kommunistin erzogen wurde (bezieht sich auf seine Mutter) und eine ziemlich unorthodoxe Kindheit hatte, war mein Käfig minimal. Carol dagegen, die als

Fünfzehnjährige Debütantin war und deren Vater eine Säule der Gesellschaft darstellte, hatte einen größeren Käfig. So weiß sie wirklich, was es bedeutet den Käfig zu verlieren.

"Für euch ist es zu früh. Ihr habt euren Käfig noch nicht verloren. Aber es ist ein wichtiges Thema - was passiert, nachdem der Käfig weg ist."

Habt ihr eure Aufgaben gemacht? Habt ihr gemacht, was ich euch nahegelegt habe?

Daniel fragte: "Meinen Sie, einen Haken für Carol zu kreieren?"

"Nein. Ich habe euch die Aufgabe gegeben, Dinge zu spüren, so viel wie möglich eure Fähigkeit, Dinge zu fühlen, zu benützen."

"Wir haben diese großartige Masse, die wie ein Wirbel wirkt. Ab und zu bringe ich neue Leute hierher. Anfänglich stehen sie abseits, doch dann werden sie von diesem Wirbelstrudel aufgesogen." Er machte eine kreisende Bewegung mit seinem Finger. "Deshalb lasse ich jetzt alle kommen (meint Cleargreen). Ich überlege, ob ich noch mehr Leute einladen soll. Aber das könnte alles ändern und in die andere Richtung kippen. Erinnert Euch an Merilyn Tunneshende während des Seminars? Alle bewegten sich in ihre Richtung, und Kylie und ich mussten wie verrückt arbeiten um alle wieder zurückzubringen."

"Haben wir eine neue Person hier? " Jemand zeigt auf Tom. "Wie heißt Du?" "Tom Gaul". "Bist Du Franzose?" "Nein, Deutscher." "Für einen Augenblick dachte ich, Du wärst Franzose. Das lässt die Anthropologie aus dem Fenster fliegen. Denkt an den Anthropologen, der am Unabhängigkeittag im Feld arbeitete, als er die Trommeln schlagen hörte und die Eingeborenen schreien hörte: "Tod den Amerikanern". Er schrieb in seine Tagesnotizen: "Für einen Augenblick flog die Anthropologie aus dem Fenster."

"Kylie und Talia sind nur zwei und sich sehr ähnlich. Sie verstärken sich gegenseitig ihre guten und schlechten Eigenschaften. Beide sind sehr hysterisch. Sie haben nichts, womit sie das ausbalancieren könnten. Hätten wir 30 hysterische Leute hier, wäre das zuviel. Aber wir haben einen guten Wirbel.

"Ich war immer fähig winzige Portionen zu essen. Ich konnte das ziemlich gut. Diese Fähigkeit habe ich jetzt verloren. Nun habe ich das Problem mich zurückzuhalten und nicht alles aufeinmal aufzuessen. Ich hatte eine Magenverstimmung (am vorhergehenden Freitag leitete Kylie die meisten Übungen während der Abendklasse). Wir machten stundenlang Bewegungspässe und ich war sicher, die anderen in der Gruppe, konnten dieses Wesen sehen, daß mir sehr deutlich zu sein schien. Aber niemand ist fähig diese Sinne zu benützen, und keiner bemerkte es. Wenn ich so geschwächt bin, kann ich alles sehen. Ich sollte euch zu Hause anrufen, wenn ich in dem Zustand bin. Dann kriege ich alles über euch heraus, all eure Geheimnisse."

"Lorenzo brachte mir dieses wunderbare Buch, daß ihr lesen müßt: Das Sexleben der Päpste. Besonders die römisch-katholischen unter euch. Habt ihr über die neuen Einschränkungen von ehemals verheirateten Leuten gehört, die, nach der Scheidung, nicht erlaubt sind, Sex in ihrer neuen Beziehung zu haben? Wenn ihr dieses Buch lest, werdet ihr verstehen, warum sie diese Regel gemacht haben."

Castaneda zeigte uns eine neue Bewegung fuer die linke Seite. Es begann mit einem Vorwärtsstoss der linken Hand, rührenden Bewegungen von Seite zu Seite, dann höher, mit einer kreisenden Bewegung vorwärts, dann nach links bis zur Seite zurückziehen, dann mit der linken Hand zur rechten Seite hinüberkreuzen, nach hinten zum Rücken streichen, dann mit der linken Handfläche hoch über den Rücken, die Handfläche schnell umdrehen (ohne den Rücken zu berühren).

Während wir diese Übung mehrere Male praktizierten, ging Castaneda zu Madeleine und fragte sie, was sie wohl in der vergangenen Woche gesehen hat, wobei er sich auf ihre ursprüngliche Frage nach dem Sehen von Lichtern, und ob das später gelöst werden würde, bezog. Er scherzte, daß Madeleine uns eine Lektion an Entschlossenheit geben würde. "Sie ist eine Physikerin, und sie wird ein Teeshirt mit der Aufschrift "Entschlossenheit" tragen.

"Die alten Zauberer brachten den Montagepunkt ganz nach hinten zum Rücken, liessen ihn los und er kam wieder nach vorne zurück, was in dem Verbrennen vom Inneren Feuer resultierte. Aber wir suchen nach einem anderen Weg, nämlich uns von all dem Flaum der Fasern, der sich während der Rekapitulation bildet, zu befreien. Das macht es möglich, den Montagepunkt dann auf den Boden fallen zu lassen und ihn zurück in die Mitte bringen zu können. Wenn man ihn innen in der Mitte hat, dann kann man eine Menge Dinge wahrnehmen, dann ist man nicht mehr "Mensch". Dann ist man ein Übermensch. Nein, wenn der Montagepunkt an seinem ursprünglichen Platz zurück ist, dann ist man wirklich Mensch."

"Kylie ist fast total fusselfrei. Sie mag ein Idiot sein, aber sie hat keine Fusseln mehr. Von Zeit zu Zeit kommt etwas hoch, aber sie schüttelt es einfach ab."

Kylie erwähnte dann einen Cartoon in der Los Angeles Times, welcher eine Katze zeigt, die sehr schnell rennt und ihren Pelz verliert. In einer Zeichnung beklagt sich die Katze, "Oh, jetzt verliere ich mich". Der Hund klärt sie auf, "Nein, das bist Du doch nicht, Du mauserst nur. Es ist ganz natürlich". Doch in der letzten Zeichnung sammelt die Katze ihre Haare wieder auf, und versucht sie wieder anzukleben.

"Es gibt Leute, die eine Menge Flaum haben. Es ist offensichtlich, wenn man ihnen die Frage stellt: "Wie gehts?" und sie mit: "Ich schätze Dein Verhalten nicht. Du kannst Dir doch denken wie es mir geht. Du weißt doch, daß ich heute meine Periode habe. Ich lege keinen Wert auf Deinen bitteren Spott", antworten. Was kann man mit solchen Leuten anfangen? Sie sind so in ihren Fusseln verhangen, stecken fest in ihrem alten Kram, daß sie alles verzerren.

"Ich bin früher zur Hollywood Hochschule gegangen, und für eine kurze Zeit lebte ich in einer Pension. Der Mann, der die Pension führte, war mit Ramon Navarro, Gilbert Roland und Anthony Quinn befreundet. Sie kamen alle zu Besuch um zu drinken und zu jammern. Gilbert Roland, der in seinen Filmen eine schweren Akzent hatte, hatte in seinem normalen Sprachweise überhaupt keinen Akzent. Diese Sprachakzente hatten sie nur für ihre Filmpersönlichkeiten adoptiert. Ein anderer, der gewöhnlich in den Zorro Filmen einen Mexikaner spielte, hatte auch keinen Akzent. Und er machte sein Geld mit dem Spruch: Wo ist Zorro hin?" . Was Castaneda mit schwerem Banditenakzent imitierte. Zu anfangs, als ich berühmt wurde, wollte ich jede Persönlichkeit kennenlernen. Damals traf ich Timoth Leary und Baba Ram Dass, über dessen Namen sie sich lustig machten, weil er schwul war oder wie Timothy Leary meinte, ein "Faggot". Sie nannten ihn "Baba Ramm den Arsch". Ich traf Janis Joplin. Sie sprühte vor Energie. Die Nacht darauf war sie total unten. Sie war drogensüchtig, und natürlich, wenn sie Kokain bekam war sie wieder ganz voller Energie. Und ich traf auch den Heavymetal Kerl". Wir versuchten zu raten, wen er wohl meinte. Wie sich herausstellte, meinte er Frank Zappa. "Und sie dachten alle, ich wäre einer von ihnen. Sie hatten ziegelsteingroße Blöcke von Marijuana. Oh, und da waren diese Kerle, die sich die "Wasserbuben" nannten. Es war eine Gruppe, die diese riesigen Wasserbehälter hatten. Die Leute wunderten sich, wie sie soviel Wasser drinken konnten. Sie nahmen die Behälter hinauf auf einen Berggipfel. In den Behältern war Haschisch und sie rauchten es oben auf dem Berg. Das waren meine Nachfolger. Aber damals waren sie jung. Ihr solltet sie heute sehen, sie sind diese erschreckend alten Leute".

Er ließ uns Beinübungen zum Aufwärmen machen: Hin und her, von Seite zu Seite, und dann umdrehen. Kylie zeigte uns die Übungen für die rechte Seite im Detail, welche wir dann etwa 10 mal wiederholten. Dann fügte Castaneda noch ein bißchen zu der langen Form dazu.

"Wißt ihr, wie Leute Akne bekommen? Manche kriegen Pimpel im Gesicht, andere am Hintern. Wenn du Glück hast, kriegst du sie am Hintern." Er mimickte Gott: "Du da - am Hintern" und die Person erwidert: "Oh, danke, danke." Dann sind sie wenigstens nicht sichtbar. Wenn du sie im Gesicht kriegst, dann tust du weisse Bleicreme drauf. Aber dann gibt es Leute, die kriegen sie im Gesicht, auf dem Rücken und am Hintern. Im Grunde genommen, sollte uns unsere äußerliche Erscheinung nicht wichtig sein. Wir müßen es nicht sehen, und wir können an solchen Dingen nicht hängenbleiben, sie als Teil unseres Selbst betrachten. Manche mit Akne wollen keinen Spiegel haben, weil sie es nicht sehen wollen. Doch dann gucken sie schnell in der Reflektion eines Messers." Er imitierte jemanden, der seine Pimpel in der Reflektion eines Messers betrachtet und dabei ganz unglücklich wird.

"Ihr müßt rekapitulieren. Auch eine "künstlerische Rekapitulation" wäre okay. Besser als gar keine. Ich habe keine Zeit alles haargenau zu machen. Fangt an und bringt den Ball ins Rollen. Macht es immerzu. Fügt es hier und da ein."

"Menschen töten Schnaken. Man braucht auf Mosquitos, die einen stechen, keine Wut zu haben, denn das ist nun mal was sie tun. Buddhisten sind darüber besorgt, aber wenn du kein Buddhist bist, und dich trotzdem wegen dem Tod der Schnake schuldig fühlst, dann weißt du nicht was du mit deinen Schuldgefühlen machen sollst, und wirst ein Sozialarbeiter, oder du gehst in Ghetto um schwarze Kinder zu unterrichten. Du lehrst sie was? Du bringst ihnen bei Mittelklasse zu sein. Lass sie in Ruhe.

"Wenn Ihr erst mal frei von Fusseln seid, bedeuten diese andere Fragen nicht mehr viel. Warum sollst du dich um NAFTA sorgen, wenn du leer bist?

"Kürzlich sah ich den Film "Sieben Jahre altes Jucken" mit Marilyn Monroe. Ich konnte es nicht glauben, wieso sie so populär war. Sie ist solch eine steife Version von Frau. Das sind die "Flieger" am Werk."

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Talia und Kylie fragten: "Und was ist mit Charro? Sie war Xavier Cugats Frau." Darby wies darauf hin, daß Charro ihre 10-jährige Ehe zu Xavier Cugat annulieren hat lassen, und dann verlangte, daß diese 10 Jahre von ihrem Alter entfernt werden, mit dem Grund, daß diese zehn Jahre gar nicht existierten und so auch nicht zu ihrem Alter hinzugefügt werden sollten. Jemand anders sagte, daß sie immer noch auf den Beinen ist, und eine sehr gute Flamencotänzerin ist.

"Tiny Tim, singt seit 30 Jahren sein Lied "Auf Zehenspitzen durch die Tulpen". Er steckt fest, eine Kreation des Fliegergeistes. Es ist der Verstand der Flieger, der uns sagt, was populär ist."

"Tom Cruise ist einer, der keine Präsenz hat." Er imitierte ihn im Gespräch mit Gene Hackman, mit einem Lispeln, ohne jede Persönlichkeit. "Gene Hackman hat Präsenz. Powers Booth ist jemand, der wirklich Gegenwart hat, aber er machte einen Fernsehfilm über Jim Jones und verschwand aus dem Blickfeld." Jemand erwähnte, ihn kürzlich als Bösewicht in einem anderen unbekannten Film gesehen zu haben, in dem er sehr gut war.

"Ich habe das Filmen von ?quot; Lorenzo unterbrach ihn und sagte ihm, daß es am vorherigen Abend im Fernsehen war-- "Ein Spaziergang im Frühlingsregen" mit Ingrid Bergman und Anthony Quinn gesehen, in dem sie mittelalterliche Liebhaber sind." Castaneda hatte das Filmen gesehen, oder Leute, die nach der Schau sagten, daß es das Beste war, was sie je gesehen hätten."

"Ich dachte, es würde etwas Besonderes sein, aber es stellte ich als lächerlich heraus. Anthony Quinn? Was haben die sich gedacht? Der Produzent war kein Dummkopf und machte erst eine Probeaufführung im Valley in Tarzana. Er war nicht so dumm, es in Westwood uraufzuführen. Die Leute lachten über Anthony Quinn in diesen Liebesszenen. Und somit wurde der Film nie im Großen gezeigt.

"Ingrid Bergman ist diese riesige, riesige schwedische Schauspielerin. Natürlich ist jeder, der größer als ich ist, meiner Meinung nach riesig. Sie und Anthony Quinn sind beide diese soliden, massiven Charaktäre. "Love Story", der alberne Film von diesem Harvardprofessor (Erich Segal, warf Darby ein) war sentimental, aber man konnte wenigstens die Schauspieler leiden, sie waren jung. Aber hier waren diese alten massiven Furzer. Wer interessiert sich schon für die?